Tagesgeldkonto als Gemeinschaftskonto

Wenn Ehepartner, Lebenspartner oder Freunde zusammen ein Konto eröffnen, handelt es sich dabei um ein sogenanntes Gemeinschaftskonto. Dieses Prinzip ist vor allem bei Girokonten weit verbreitet, da sie gerade von Ehepaaren oft gemeinsam genutzt werden. Darüber hinaus ist es jedoch auch bei jeder anderen Kontoform, zum Beispiel beim Tagesgeldkonto, möglich, ein gemeinsames Konto zu eröffnen. Ist dies der Fall, haben zum Beispiel beide Ehepartner gleichberechtigt Zugriff auf das Guthaben und können jederzeit Ein- und Auszahlungen vornehmen.

Gemeinschaftskonto ist anders als eine Vollmacht

Bei einem Gemeinschaftskonto ist es ausdrücklich so, dass zum Beispiel beide Ehepartner die Papiere zur Eröffnung des Tagesgeldkontos unterschrieben haben. Somit gelten beide als Kontoinhaber mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten. Im Gegensatz dazu hat man durch eine Vollmacht, die vom Inhaber eines Kontos ausgestellt werden kann, nur zeitweise das Recht dazu, auf das jeweilige Konto zuzugreifen und Ein- oder Auszahlungen vorzunehmen. Die Vollmacht kann zudem jederzeit widerrufen werden. Wer hingegen ein Gemeinschaftskonto eröffnet und führt, kann immer mit gleichen Rechten darauf zugreifen. Ein Widerruf der Vollmachten des Partners kann nur mit dessen Unterschrift erfolgen. Allerdings wird hier zwischen einem Und-Konto sowie einem Oder-Konto unterschieden. Wenn das gemeinsame Konto als Oder-Konto eröffnet wird, können beide Berechtigten unabhängig voneinander agieren. Das bedeutet, dass Geld vom Tagesgeldkonto auf das jeweilige Referenzkonto überwiesen werden kann, wenn nur einer der beiden Kontoinhaber die Transaktion autorisiert. Bei einem Und-Konto müssen hingegen sämtliche Kontoinhaber des Gemeinschaftskontos einer Transaktion zustimmen.

Nicht bei jedem Anbieter möglich

Während es bei einem Girokonto ganz normal ist, dieses als Gemeinschaftskonto zu führen, ist das bei einem Tagesgeldkonto nicht immer der Fall. Manche Institute erlauben es grundsätzlich nicht, dass mehr als ein Kontoinhaber ein Tagesgeldkonto eröffnet. Bei anderen Banken ist ein zweiter Antragsteller möglich, allerdings ist die Zahl darauf beschränkt. Wieder andere Anbieter ermöglichen auch Gemeinschaftskonten mit mehr als zwei Kontoinhabern. Bei der Eröffnung gilt grundsätzlich, dass sich alle Kontoinhaber ausweisen müssen. Wer sein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank eröffnet, erledigt die Identifikation in der Regel über das sogenannte Postident-Verfahren. Dabei müssen dann beide Ehepartner zu einer Postfiliale gehen und sich dort ausweisen.

Steuerliche Probleme rechtzeitig bedenken

Wenn Ehepaare ein Tagesgeldkonto als Gemeinschaftskonto führen, sollten sie bei unterschiedlich hohen Einzahlungen darauf steuerliche Fragen rechtzeitig bedenken. Wenn zum Beispiel einer der beiden Partner viel Geld auf das Tagesgeldkonto einzahlt, weil er eine Erbschaft oder eine hohe Abfindung erhalten hat, geht das Finanzamt davon aus, dass das gesamte Vermögen beiden Partnern jeweils zur Hälfte gehört. Das bedeutet, dass eine hohe Einzahlung des Mannes als Schenkung an die Frau betrachtet werden kann – eine solche Schenkung ist allerdings steuerpflichtig. Zudem gelten für unverheiratete Paare andere Freibeträge als für Verheiratete.

Um eventuelle Probleme von vornherein zu umgehen, sollte man bei derartigen Vermögensverhältnissen besser kein Gemeinschaftskonto als Tagesgeldkonto einrichten. Als Alternative bietet sich hingegen ein Konto an, dass einer der Partner einrichtet, anschließend gibt dieser dem anderen Partner per Vollmacht Zugriff auf das vorhandene Guthaben.

Mit Blick auf einen eventuellen Freistellungsauftrag lässt sich darüber hinaus sagen, dass Ehepartner, die ein Gemeinschaftskonto führen und die bei der Einkommensteuer zusammen veranlagt werden, diesen gemeinsam erteilen können. Am Ende des Jahres führen dadurch Verluste des einen Ehepartners dazu, dass diese mit Gewinnen des anderen Partners verrechnet werden.


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